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Höhe und Berechnung der Energiesteuer 2021

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Der Markt für Energie, Strom und Erdgas ist für Unternehmen eine hoch komplexe Welt. Grund dafür ist, dass dieser Sektor sehr wesentlich daran beteiligt ist die Umweltbilanz eines Landes zu beeinflussen. Vor allem deshalb, weil fossile Brennstoffe mit einem massiven CO2 Ausstoß verbunden sind. In den letzten Jahren und Jahrzehnten wechselten die Regierungen und je nach dem, wer an der Macht war, wurden Energiesteuergesetze überarbeitet. Darin werden die Abgaben für den Verbrauch von Energieerzeugnissen festgelegt. Nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Unternehmen. Wie man das alles berechnet und wie es im Jahr 2021 aussieht, darüber möchten wir heute aufklären.

Energiesteuergesetz – wichtige Hintergründe

Als Bürger und auch als Gewerbetreibender hört man immer nur Steuern, Abgaben, Steuern und noch mehr Abgaben. Man fühlt sich dabei ein wenige als Melkkuh, bei der sich Vater Staat immer dann Geld holt, wenn gerade keins da ist. Alkohol- und Tabaksteuer sind auch gute Optionen. Doch wenn die Bürger anfangen gesünder zu leben, dann werden die Einnahmen weniger. Vor dem Verbrauch von Erdgas, Heizöl, Flüssiggas, Strom, Benzin jedoch können wir nicht so einfach fliehen. Daher ist es nur zu leicht Energieerzeugnisse teurer zu machen, um die Kasse zu füllen. Oder?

So einfach ist es nicht. Man kann schimpfen, so viel man möchte, aber die Energiesteuer ist tatsächlich ein Regelwerk, bei dem die Regierungen mit Hilfe von bestimmten Abgaben versucht haben etwas für die Umwelt zu tun.

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Steigende Gebühren für Energieerzeugnisse machen das Leben der Bürger teurer. Andererseits sind niedrige Preise ein Anreiz dazu es beim Verbrauch von Heizöl oder Erdgas nicht ganz so eng zu nehmen. Damit einher gehen gigantische CO2-Emissionen. Als im Jahr 1998 die verschärfte Energiesteuer unter dem Beinamen der Ökosteuer eingeführt wurde, hatte sie vor allem den Zweck die Bevölkerung über den Preis dazu zu animieren weniger Energieerzeugnisse jeglicher Art zu verbrauchen. Denn die meisten waren damals noch fossiler Natur, oder kamen aus dem AKW. Und tatsächlich löste der Anstieg Bewegung aus. Bauvorschriften wurden so angepasst, dass die Leute in ihren Häusern eben nicht mehr so viel Energie verbrauchten. Es wurden Isolierungen angebracht, Fenster wurden getauscht und Elektrogeräte wurden immer effizienter. Kraft-Wärme-Kopplungen verbreiteten sich immer mehr. Das alles hat dazu geführt, dass der Verbrauch von Erdgas, Flüssiggas, Öl, Kohle usw. pro Haushalt tatsächlich weniger wurde. Demzufolge ist eine Energiesteuer nicht nur dazu da, um die Staatskasse zu bereichern, sondern es ist ein politisches Mittel, um die richtigen Anreize zu setzen. Man muss es klar sagen: Menschen gehen im Leben häufig den Weg des geringsten Widerstands. Ohne finanzielle Daumenschrauben ist es schwer sie zu einer veränderten Lebensweise zu bewegen.

Komplizierter wird es bei den Unternehmen. Es gibt Branchen, die brauchen für ihre Produktion besonders viel Energie. Und es gibt welche, die brauchen nur wenig. Wer Energieerzeugnisse besteuert, der sorgt dafür, dass bei energieintensiven Unternehmen die Kosten explodieren. Diese hätten dann einen Nachteil auf dem Weltmarkt gegenüber der Konkurrenz. Um das zu vermeiden, wurden die Energiesteuern so angepasst, dass es unter bestimmten Umständen für Firmen Steuerentlastungen gibt.

Des Weiteren gibt es noch eine Komponente aus Umlagen. Am Markt für Energieerzeugnisse sind regenerative Energien immer mehr am Kommen. Solartechnik und Windräder erzeugen Strom ohne Abgas. Allerdings waren sie nicht so günstig, wie Atomkraft oder fossile Brennstoffe. Daher hat man eine gezielte Förderung eingebaut, so dass sich die höheren Kosten auf alle Verbraucher verteilen. Diese Komponente wird als EEG-Umlage bezeichnet.

Hinzu kommen noch Gebühren für die CO2-Abgabe. Denn mittlerweile gibt es zahlreiche Formen von Energie und Strom, die kein CO2 produzieren. Je nach dem, erfolgt eine Orientierung in Richtung CO2-Bepreisung.

Eine weitere Maßnahme war es, dass innerhalb der EU der Markt für Energie geöffnet wurde. Stromsteuer oder Energiesteuer hin oder her, die Steigerungen konnten zum Teil davon aufgefangen werden, dass der Wettbewerb verschärft wurde. In vielen Fällen helfen Energiemakler den Kunden dabei die Transparenz aufrechtzuerhalten und die günstigsten Anbieter herauszusuchen. Es gibt also auch mal gute Nachrichten für Verbraucher.

Die Berechnung der Energiesteuer 2021

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Nachdem diese Hintergründe geklärt sind, sollten Leser ein besseres Verständnis dafür haben, warum die Energiesteuer genau so gestalten wurde, wie sie ist. Wichtig zu beachten ist, dass für jede Art von Energieerzeugnis andere Steuer anfallen können. Aktuelle Steuersätze sind für Verbraucher jederzeit einsehbar. Sie finden sich zum Teil in § 2 des Energiesteuergesetzes.

Die Steuer für Erdgas

Die Energiesteuer für die Versorgung von privaten Haushalten mit Erdgas beträgt im Jahr 5,50 EUR pro MWh. Diese Gebühren werden durch die Zollverwaltung erhoben und fließen in den Haushalt des Bundes.

Die Steuern für Flüssiggas

Im Jahr 2021 wird für die Nutzung von Flüssiggas 60,60 Euro fällig – pro 1.000 Kilogramm.

Heizöl

Bei Heizöl liegt der Satz bei 61,35 Euro pro 1.000 Liter. Wichtig ist dabei, dass der Schwefelgehalt bei höchstens 50 mg/kg liegt. Ansonsten würde es teuer werden.

Stromsteuer in 2021

In der Kategorie Strom werden Verbraucher in 2021 laut EnergieStG mit einem Betrag von 2,050 ct/kWh zusätzlich belastet. Bei einem Durchschnittspreis von 31,89 Cent/kWh sind das ungefähr 6%. Allerdings ist der Betrag nicht in % festgelegt, sondern es handelt sich um einen einheitlichen Satz, der immer gleich bleibt. Diese Angaben sind für Endverbraucher gültig.

Für Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe gibt es nämlich nach § 2 Nr. 3 StromStG eine Entlastung von 0,513 €/kWh. Gleiches gilt für Firmen aus der Land- und Forstwirtschaft, sofern der Strom dazu genutzt wird, um Licht, Wärme, Kälte, Druckluft oder mechanische Energie zu erzeugen. 

Fazit Energiesteuer

Damit haben wir die Berechnung der wichtigsten Energieerzeugnisse dargestellt. Wie Sie sehen, hat hier die Politik versucht wirklich viele Dinge unter einen Hut zu bekommen. Zum einen sollen die Haushalte und Unternehmen Energie sparen, um nicht mehr so viel CO2 zu erzeugen. Andererseits hat man auch versucht die Firmen zu entlasten, um damit nicht die Wirtschaft nachhaltig zu schädigen.
Eingeflossen in die Gestaltung des Paragrafenwerks ist die Tatsache, dass manche Energieformen viel Abgas erzeugen und andere dagegen weniger. Solche Faktoren spielen natürlich auch eine Rolle. Vor allem das Öl ist in dieser Hinsicht extrem schädlich. Im Gegensatz zum Erdgas, setzt es neben Kohlenstoffdioxid auch noch jede Menge Stickoxide frei. Darum hat man den Einbau neuer Ölheizungen mittlerweile verboten.
Und dann wäre noch der Umstand, dass regenerative Energien gefördert werden sollten. All diese Umstände sind in die Regelungen mit eingeflossen. Sie sind typisch deutsch – schön kompliziert. Aber leider gibt es auch nicht immer die einfache Lösung, wo man ein ganzes System auf ein Blatt Papier unterbringen kann.
Problem an der Steuerthematik ist vor allem, dass man den Menschen nicht zumuten kann ihre Form der Energieversorgung schlagartig zu verändern. Wer gerade ein teures Heizsystem im Keller eines Hauses installiert hat, der würde von plötzlichen Restriktionen finanziell so hart getroffen, dass es den Ruin bedeuten würde. Aus diesem Grund haben sich die Regierungen darauf verlegt etwas langsamer vorzugehen und eine Art fließenden Übergang von fossil und umweltschädlich hin zu regenerativ zu gehen. Und wo das nicht möglich ist, da zumindest etwas emissionsärmer zu sein.

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