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Wie die Kosten einer Zahnarztbehandlung durch Corona gestiegen sind

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Komplexe Betriebswirtschaft ist nicht jedermanns Sache. Deswegen kommt es immer wieder mal zur Verwunderung bei Patienten, wenn sich die Preise ihrer Ärzte verändern.

Schmerzlich erfahren mussten das aktuell Bürger, die ihren Zahnarzt*in wegen einer notwendigen Behandlung um ein Angebot gebeten haben. Kosten für Leistungen, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden, sind drastisch gestiegen. Implantate, Zahnersatz, bestimmte Zahnbehandlungen – sie alle sind teurer geworden. Woran liegt das? Verdienen sich hier Dentisten jetzt eine goldene Nase auf Kosten der Bevölkerung?

Warum die Kosten für die Behandlung von Zähnen gestiegen sind

Grundsätzlich ist es so, dass Zahnärzte ihre Preise erhöhen mussten, um zu überleben. Sie beuten die Versicherten nicht einfach aus, nur weil der Staat gerade andere Probleme hat und deswegen nicht aufpasst. Grund für diese Steigerung ist, dass durch die neuen Gesundheitsvorschriften weniger Patienten behandelt werden können. Zudem sind die Praxen mit hohen Kosten für Hygieneartikel belastet worden.

Weniger Patienten pro Tag

Man stelle sich das so vor: Eine Praxis verfügt über jede Menge Geräte, Zahnarztbedarf, Personal und Räumlichkeiten. Sie alle verursachen fixe Kosten und müssen bezahlt werden. Vor Corona konnte ein Arzt die Behandlung von beispielsweise 20 oder 30 Patienten täglich durchführen. Für diese Leistung bekamen sie pro Patient zum Teil feste Kostensätze von der Krankenkasse erstattet. Und wenn darauf kein Anspruch bestand, dann musste der Patient den Rest übernehmen und hat diesen direkt bezahlt. So wurden die Kosten der Einrichtung finanziert.

Durch Corona waren die Praxen gezwungen ihren Durchlauf zu reduzieren. Zum einen dürfen nur noch weniger Personen anwesend sein. Zum anderen müssen Räume nach jeder Behandlung gründlicher gereinigt werden. So vergeht mehr Zeit für unproduktive Arbeit und es können deutlich weniger Zahnbehandlungen durchgeführt werden. Bedeutet: weniger Umsatz pro Tag. Denn während die Änderungen der Vorschriften von der Regierung schnell umzusetzen sind, haben die gesetzlichen Krankenkassen ihre anteiligen Erstgattungsbeträge für Zahnersatz, Routineuntersuchungen, Regelversorgung usw. nicht so schnell anheben können. Damit ein rentables Arbeiten möglich bleibt, mussten die Kosten der Praxis auf weniger Patienten verteilt werden.

Zusatzkosten für Hygienemaßnahmen

Neben der Tatsache, dass die Ärzte mit weniger Besuchern ihre Kosten decken müssen, wurden ihnen auf der anderen Seite noch zusätzliche Maßnahmen aufgebürdet. Ob, wann und wie die Krankenkassen und Versicherungen dafür die Gebühren übernehmen, das ist noch nicht zu 100% sicher. Jedenfalls wurden die Dentisten dazu angewiesen ständig Masken zu tragen und diese permanent zu wechseln. Zudem ist es für sie Pflicht, dass die Angestellten regelmäßig Tests unterzogen werden. PCR Tests, die mehrmals in der Woche für alle Mitarbeiter stattfinden, auch das ist nicht gerade billig. Zudem die vielen, hochwertigen Masken. All das ist teuer.

Fazit

Gesetzlich Versicherte brauchen zunächst keine Angst haben. Die Ärzte dürfen der gesetzlichen Krankenversicherung keine zusätzlichen Kosten verrechnen, wenn sich diese zu Routinebehandlungen einfinden. Für solche Leistungen ist die Kostenübernahme geregelt. Da darf kein Arzt eine zusätzliche Rechnung auf den Tisch legen.

Wer jedoch Zahnersatz benötigt, oder eine Keramik-Füllung, der wird wohl im Kostenplan deutlich höhere Beträge vorfinden als noch in Zeiten vor der Krise. Bei den zusätzlichen Leistungen, die außerhalb des Katalogs der Kassen stehen, haben die Zahnarztpraxen etwas mehr Spielraum bei der Gestaltung ihrer Preise.

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